Dark Romantasy
Cover: Der volle Geschmack

Der volle Geschmack

Der Abschluss der Trilogie. In Aroma hat das Konsortium aus Myra alles gezogen, was sich ziehen ließ. Jetzt kollabieren die Aschenwüsten und setzen eine Welle aus rohem, ungefiltertem Leid frei — und jede Berührung zwischen ihr und Kae destabilisiert die Welt weiter.

Band 3 von 3 · 30 Kapitel · deutschsprachig

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Band 3 von 3 · erhältlich

Der volle Geschmack

Dark Romantasy

In der kühlen, sterilen Metropole Aroma werden Emotionen nicht gefühlt, sondern extrahiert und gehandelt. Myra ist eine der Leeren — aus ihr hat das Konsortium alles gezogen, was sich ziehen ließ. Als sie dem eisernen Wächter Kae begegnet, der selbst unter der Last seiner unterdrückten Gefühle leidet, zündet eine Anziehung, die gegen jedes Gesetz der Ordnung verstößt.

Doch der Konsum synthetischer Aromen hat die Natur vergiftet. Die Aschenwüsten kollabieren und setzen eine Welle aus rohem, ungefiltertem Leid frei, die die Wirklichkeit selbst erschüttert. Jeder Kuss, jeder Handgriff zwischen den beiden destabilisiert die Welt ein Stück weiter.

Das Konsortium plant nicht mehr nur Kontrolle, sondern die vollständige Löschung aller Empfindungen — eine konfliktfreie Gesellschaft ohne Menschen darin. Als Kae seine Loyalität beweisen soll und die toxische Welle die Überlebenden dezimiert, muss Myra herausfinden, ob Liebe die einzige Waffe ist, die dieses System brechen kann.

30
Kapitel
91.037
Wörter
6:04 h
Lesezeit ∅
  • eBook1,99 €Seit dem 06.09.2026 erhältlich · deutsche Originalausgabe
Das Buch

Leseprobe

Der Anfang des Buches — ohne Anmeldung, ohne Umweg.

Die Luft in der Registrierungshalle besaß keine Textur. Myra stand unter dem Kuppelgewölbe, wo die reinen, kalten Kristallflächen das Licht zurückwarfen, ohne es zu brechen oder zu zerstreuen. Hier tanzten keine Staubkörner im Sonnenlicht. Es gab nur das gleißende Weiß der Leuchtbänder, die an den Wänden entlangliefen, und das leise, durchgehende Summen der an den Wänden montierten Extraktionsgeräte, die aussahen wie tote Insekten. Ihre Geruchslöcher nahmen nichts wahr: keinen Schweiß, kein Metall, kein Leben. Nur eine sterile Leere drückte in ihre Lungen wie ein dichter Schleier aus Glaswolle.

Sie zitterte, während Schweiß in dünnen Bahnen über den Hals lief und sich im Ausschnitt ihres grauen Gewandes sammelte. Ihre Finger zuckten an den Oberschenkeln, kleine, unkontrollierte Impulse, die ihr Nervensystem aussandte, obwohl ihr Gehirn stillstand. Ihr hörbares Atmen klang wie ein Riss in einer Fensterscheibe, der die absolute Stille der Halle durchbrach. Sie beobachtete die drei Ausgänge und ihre Verschlüsse. Über ihr schauten die Sensoren herab, Augen ohne Pupillen, bereit, die letzte Restmenge ihrer Emotionen abzuziehen.

„Steh still“, sagte eine Stimme aus dem Nichts. Mechanisch. Flach.

Myra gehorchte nicht sofort; ihr Körper verweigerte den Befehl für einen Herzschlag lang. Ihre Augen bewegten sich schnell, suchten nach einer Schwachstelle, nach einem Schatten, in dem sie verschwinden konnte. Aber es gab keine Schatten in Aroma. Es gab nur Licht und die kalte Mathematik der Ordnung.

„Noch nicht.“ Kein Widerspruch, nur eine Feststellung. Die Zeit gehörte ihr noch, oder ihr gehörte nichts. Der Unterschied war eine Frage der Viskosität: Die Sekunde, in der sie den Befehl verstand, hatte die Konsistenz von Wasser. Die davor, in der sie ihn ablehnte, war dicker, zäher, fast schokoladenartig. Aber die Halle ließ keine Zähigkeit zu.

Die Sensoren starteten. Ein blaues Licht floss über ihre Haut, begann an den Zehen und wanderte hoch über Beine, Bauch und Rippen. Das Licht war kalt und hinterließ keine Wärme, sondern nur eine Kälte, die in die Knochen kroch und sich dort einnistete wie Frost auf dem Metall eines Korkenziehers. Myra spürte, wie die Substanzen in ihr – die dünnen, fast unsichtbaren Schichten aus Angst und Trauer, die sich über die Jahre angesammelt hatten wie Sediment am Grund eines Sees – aufgescheucht wurden. Sie wollten verdampfen, fliehen, aber die Halle war ein geschlossenes System.

Dann öffnete sich die Tür.

Der Luftstrom, der hereinschwemmte, war schwerer als die Außenluft. Er roch nach nichts, aber er hatte das Gewicht von Autorität. Kae trat ein.

Hier bricht die Leseprobe ab.

In dieser Reihe

Die Geschmacklosen

  1. Die GeschmacklosenHier beginnen
  2. Die Bittere Wahrheit
  3. Der volle Geschmack