Dark Romance / Urban Fantasy
Cover: Nachtbrennerei

Nachtbrennerei

A young distiller draws off illegal magic in the cellars beneath Kreuzberg, and every drop costs her a piece of her soul. When the cold Ash Sovereign takes her for an experiment, his coldness turns into a wanting that burns.

Standalone · 28 chapters · German only

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Nachtbrennerei

Dark romance · urban fantasy · enemies to lovers

In the reeking ember cellars beneath Kreuzberg, a young distiller draws off what everyone else burns: illegal magic, drop by drop, into cheap liquor bottles that smell of wormwood and scorched soul. Every batch pays down a piece of her dead sister's debt. Every batch costs her a piece of herself.

In a city where smoothness is the highest law, rawness is a crime. Her magic burns unruly, unsmoothed, dangerous — precisely what the sterile Ash Archive is hunting for. When the Ash Sovereign appears in her cellar one night, his offer sounds like a chain. He does not want her magic. He wants her.

When the Archive uncovers what she truly is and he himself falls into its hands, she faces the last batch of all: her own soul. Burn or go out — in this city there is nothing in between.

28
Chapters
109,218
Words
7:17 h
Reading time
Berlin
Setting
  • eBook2,69 €Available now · German original edition

German only. There is no English edition of this one yet.

The book

Read the opening

How the book begins — no sign-up, no detour.

Der Deckel sprang ab, bevor Ottilie den letzten Riegel löste, und ein Schwall dampfender, silberner Flüssigkeit schlug ihr ins Gesicht; heiß wie flüssiges Blei roch es nach verbranntem Zucker und Ozon. Während die Substanz über ihre Wangen lief und in den Kragen ihres Hemdes sickerte, riss sie die Augen zusammen und schmeckte den metallischen Nachgeschmack auf der Zunge. Kein Schrei, kein Fluchen. Nur das kalte, mechanische Zählen der Sekunden, die ihr verblieben, bis das Glas unter dem Druck zerbrach.

Zwei. Eins.

Ihre Finger zitterten so heftig, dass sie das Becherglas kaum festhalten konnte, als sie danach griff. Das Vibrieren kam nicht von der Angst, sondern von der Überhitzung: Ihr System war am Limit, die Kühlflüssigkeit in ihren Adern zu dünn, der Druck im Kopf ein ohrenbetäubendes Heulen. In Kreuzberg, in diesem schmutzigen Winkel unter der Erde, war Chaos das einzige Kapital, das sie besaß, und es war knapp.

Sie ließ das Becherglas fallen.

Das Glas zersplitterte auf dem Betonboden, die silberne Flüssigkeit breitete sich aus und zischte leise, als sie auf den kalten Stein traf. Ottilie atmete aus; die Luft brannte in ihrer Lunge, ein scharfer, metallischer Stich. Sie wischte den Schweiß von der Stirn, versuchte, die Hände ruhig zu halten, was ihr nicht gelang. Die Finger vibrierten weiter, ein feines, unkontrolliertes Zittern, das von den inneren Ventilen ihres Körpers kam. Sie hatte zu viel getrunken, zu viel Rohmaterial; wenn sie jetzt nicht aufhörte, würde der Druck sie zerreißen.

Ein Klopfen an der schweren Eisentür, die als Eingang diente. Drei Schläge. Eine Pause. Zwei Schläge. Der Code.

Ottilie erstarrte. Sie drehte sich um, ihre Augen suchten prüfend den Raum ab, ob die letzten Tropfen der Destillation noch sichtbar waren. Sie musste schnell sein. Sie musste sauber sein.

Sie ging zur Tür. Jeder Schritt war schwer, als würde sie durch eine sirupartige Dichte laufen, die sie selbst umspülte. Sie drehte den Riegel um; das Metall kratzte, ein raues, widerwilliges Geräusch, das sich in die Knochen bohrte.

Ingram stand dort. Er trug einen Mantel aus grauem Stoff, der aussah, als hätte er ihn in einer Fabrikreste-Verkaufsschau erstanden. Sein Lächeln war dünn, geschnitten, eine Fassade über dem leeren Hohlraum seiner Absicht. Er roch nach billigem Parfüm und Kälte. Eine Kälte, die nichts mit Wärme oder Kälte im physikalischen Sinne zu tun hatte, sondern mit der Abwesenheit von allem Lebendigen.

„Ottilie.“ Er sprach flach, ohne jeden Tonfall. „Pünktlichkeit. Eine Tugend, die du offenbar nicht besitzt. Oder ist sie dir zu teuer im Unterhalt?“

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