Epic Fantasy
Cover: Der Riss im Thron

Der Riss im Thron

Finn kennt die Wahrheit über den Krieg. Das ist sein Problem. Als er sich weigert, die Rede zu halten, die man ihm geschrieben hat, verliert er in einer einzigen Stunde alles, was das Imperium ihm gegeben hat.

Band 2 · 69 Kapitel · 318 Seiten

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Band 2 · Abschlussband · erhältlich

Der Riss im Thron

Epic Fantasy · der zweite und abschließende Band

Finn kennt die Wahrheit über den Krieg. Das ist sein Problem. Als er sich weigert, die Rede zu halten, die man ihm geschrieben hat, verliert er in einer einzigen Stunde alles, was das Imperium ihm gegeben hat: den Namen, die Uniform, den Schutz. Was bleibt, ist ein Wissen, das niemand hören will, und ein Steckbrief mit seinem Gesicht darauf.

Auf der Flucht durch ein Reich, das ihn erst zum Helden machte und jetzt zur Strecke bringen will, sucht er nach Verbündeten — bei einer Widerstandsbewegung, die für ihre Hilfe einen Preis verlangt, und bei den Drachen selbst, deren Rat zerstritten ist über die Frage, ob ein Mensch je wieder etwas anderes verdient als Feuer. Doch je näher Finn dem Herzen der Macht kommt, desto deutlicher wird: Die Lüge, mit der dieser Krieg begann, ist nicht die einzige. Unter Corvanheim arbeitet etwas, das bisher niemand überlebt hat.

69
Kapitel
318
Seiten
83.100
Wörter
5:32 h
Lesezeit ∅
  • eBook5,99 €Seit dem 01.09.2026 erhältlich

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Das Buch

Leseprobe

Der Anfang des Buches — ohne Anmeldung, ohne Umweg.

Renz hatte eine neue Liste.

Er saß am selben Pult wie immer, mit demselben grauen Licht durchs Fenster, dem gleichen Fleck Tinte in der linken oberen Ecke, den in acht Monaten niemand weggewischt hatte, und ließ den Finger die Zeilen hinuntergleiten, bis er bei Finns Namen ankam. Draußen hämmerte irgendwo ein Zimmermann an einem Dach, das den Winter über undicht gewesen war, gleichmäßig, wie ein zweiter Herzschlag, der nicht zu Finns eigenem passte.

„Zweite Kompanie, Wachdienst Nordsteg. Beginn übermorgen, sechs Uhr.“

„Kein Sonderauftrag mehr?“

„Sie sind kein Sonderfall mehr.“ Renz sah nicht auf. Seine Feder blieb einen Moment über dem Papier stehen, als überlegte er, ob der Satz eine Ergänzung brauchte, und entschied sich dagegen. „Sie sind ein Soldat mit einer Uniform, die zu neu aussieht. Das wird sich geben.“

„Und die Uniform davor?“

„Die Uniform davor gehört einem Bericht, den ich nicht geschrieben habe.“ Jetzt hob er den Blick, kurz, mit dem gleichen prüfenden Ausdruck, den Finn seit Monaten kannte und noch immer nicht ganz lesen konnte. „Ich schreibe nur, was vor mir liegt. Nordsteg, übermorgen, sechs Uhr.“

Finn salutierte und ging, und das war die ganze Wiedereingliederung. Kein Verhör, keine zweite Audienz, kein Wort darüber, was Draven am Tag zuvor mit seiner Hand getan hatte, als sie sich auf dem Blatt geöffnet und wieder geschlossen hatte, kein Wort über Corvanheim, über den Ballsaal, über einen Mann, der Meric hieß und dessen Namen hier niemand aussprach. Falkenklamm nahm ihn zurück wie ein Werkzeug, das man aus Versehen zu lange ausgeliehen hatte, und stellte keine Fragen dazu, wo es gewesen war, so wie ein Amboss nicht fragt, wo der Hammer war, bevor er wieder auf ihm landete.

Er fand das falsch. Er fand es auch, gegen seinen Willen, erträglich – ein Falsch, das wenigstens vorhersehbar war, mit Zeiten und Listen und Renz’ gleichmäßiger Handschrift, nach Wochen, in denen nichts vorhersehbar gewesen war außer der eigenen Angst.

Hier bricht die Leseprobe ab.

In dieser Reihe

Die Drachen-Chronik

  1. Der Spiegel des ZornsHier beginnen
  2. Der Riss im Thron