Dark Fantasy / Romantasy
Cover: Fühllos

Fühllos

In a world where empathy is currency, Maelis Grauth is an error in the system. Branded „unfeeling“, she is banished into the Silence — until Orrick Thane, the highest warden, sees in her emptiness both a threat and an opportunity. Between burning fog and emotional cold she has to learn that her emptiness is her weapon. But when the truth about his intentions comes out, love becomes the most dangerous betrayal of all. Can she keep her emptiness and still save the world?

Standalone · 35 chapters · German

Turn over
New · date set

Fühllos

Dark fantasy / romantasy · German original edition

In the high city of Hallgard, empathy is the only currency. Those who feel belong. Those who do not are an error in the system. Maelis Grauth is that error. A genetic anomaly who feels no emotion at all, she counts as dead material — a vacuum threatening the social order. Her punishment: banishment into the „Silence“, an isolated prison for the unfeeling, where her emptiness disturbs the emotional stability of everything around her.

But when Orrick Thane, the powerful high warden of the Resonance, sends her into isolation, he recognises in her heartbeat a phenomenon that calls his own power into question. Between the sterile cold of the elite and the combustible fog of the suppressed masses, Maelis has to learn that her emptiness is not a weakness but her greatest weapon.

When the fog explodes and the bridge to the high city burns, they flee together into a chaos of unfiltered emotion. Orrick saves her — but Maelis soon discovers that his rescue is a bargain that uses her as a tool. In a world where love is the most dangerous betrayal, she has to decide: give up her emptiness to survive, or use it to tear the system down? The silence is over. Now the storm begins.

35
Chapters
126,824
Words
8:27 h
Reading time
  • eBookGerman original edition · release date not yet set

German only. There is no English edition of this one yet.

The book

Read the opening

How the book begins — no sign-up, no detour.

Die Farbe der Wut ist rot, doch Maelis nimmt sie nicht wahr. Ihr Blick erfasst nur das Rauschen.

Im Resonanzturm gilt Stille als Vergehen. Die Luft hier ist nicht kalt, sie ist leer. Sie trägt keine messbare Temperatur, doch sie schickt ein tiefes, monotones Brummen durch den Boden des Gerichts. Es vibriert in den Knochen ihrer Füße, ein statischer Druck, der von den Wänden aus poliertem, weißem Stein kommt. Dieses Material reflektiert das Licht der Anwesenden und verwandelt es in ein ständiges, nervtötendes Flackern. Über ihr schraubt sich die Struktur des Turms in den Himmel, eine architektonische Meisterleistung aus Glas und Metall, die wie ein riesiges Ohr klingt. Jede Platte, jede Stütze ist darauf ausgelegt, Schallwellen einzufangen, zu verstärken und zu verteilen.

Maelis steht in der Mitte des Raumes. Sie trägt ein schlichtes, dunkles Kleid, das keinen Anlass zum Urteil gibt. Ihre Haare sind zurückgebunden, frei von Schmuck, der die Resonanz hätte stören können. Ihre Hände hängen an den Seiten, die Finger leicht gebogen, als hielten sie unsichtbare Kanten fest. Vor ihr, auf einem erhöhten Podest aus dunklem Obsidian, sitzt der Richter. Ein älterer Mann mit scharfen Zügen, dessen Augen von der inneren Leuchtkraft der Empathen umgeben sind. Er spricht nicht laut, aber seine Worte kommen nicht aus seinem Mund. Sie scheinen direkt in den Raum projiziert zu werden, getragen von der kollektiven Frequenz der Anwesenden. Es ist ein Chor aus Wut und Abscheu, der sich in einer einzigen Stimme verdichtet.

„Die Anklage lautet: Störung der harmonischen Frequenz, Sabotage der sozialen Resonanz, und vor allem, die bewusste Verweigerung des empathischen Austauschs“, erklärte der Richter. Seine Stimme war glatt, kontrolliert, aber unter der Oberfläche brannte ein heißer, roter Punkt. Maelis sah ihn an. Sie sah die Farben hinter seinen Augen, das flackernde Orange der Wut, das sich zu einem dunklen Violett der Verachtung verdichtete. Es war ein komplexes Spektrum, eine Symphonie aus Missgunst und Ekel. Für sie war es nur Rauschen. Ein elektrisches Summen, das ihr auf die Nerven ging, aber keine Bedeutung besaß.

The sample ends here.

The sample is in German, because there is no English edition of this title.