Romantasy
Cover: Asche und Honig

Asche und Honig

In the honeycomb city of Ostrava, a beekeeper from the lowest cells reads the world's dying memory in the rings of the trees — while the elite above guards the last monopoly on honey magic. Then she finds proof that this memory is not fading but being erased. The road to the truth runs through the poisonous ash steppe — beside a man from the upper cells she has no reason to trust.

Standalone · 25 chapters · German

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Asche und Honig

Romantasy · German original edition

In the honeycomb city of Ostrava she lives at the very bottom: a beekeeper who reads the world's dying memory in the rings of the trees. Above her, the elite guards the last monopoly on honey magic. Below, she finds an anomaly that should not exist — the world's memory is not being lost, it is being erased.

An unknown voice calls her into the forbidden heart of the Arbor Memoriae. There waits a “reader” from the upper cells, breaking the system open from within, ready to risk everything to learn why the forests are vanishing. Between the poisonous ash steppe and the glowing heart of the ancient tree, a bond takes hold that is more dangerous than any betrayal.

But above, where the protocol is written, her path has long been accounted for. What waits at the end is an impossible choice: destroy the system and lose everything she loves — or pay her own price to save the world. In a reality that forgets itself, love is the last act of resistance.

25
Chapters
74,386
Words
4:58 h
Reading time
  • eBook0,99 €Available now · German original edition
  • Paperback14,97 €

German only. There is no English edition of this one yet.

The book

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How the book begins — no sign-up, no detour.

Zerya spürte, wie das Jahr 402 in dem toten Baum unter ihren Fingern zerbrach. Es war kein Verfall, sondern ein Schnitt. Präzise, kalt, absichtlich.

Sie riss die Augen auf, starrte auf die Rinde des großen, sterbenden Holzklotzes in der Mitte der untersten Zelle. In ihrer Nase haftete der Geruch süßlich-fauliger Materie, so klebrig und verdorben wie alter Honig. Vor ihr lag das Gedächtnis, das die Welt vergessen hatte – oder das man ihr weggenommen hatte.

In dieser Tiefe, wo das Licht nur als trübes, gelbliches Glimmen durch die Wabenwände sickerte, lag die Stille schwer wie ein Sargdeckel. Zerya atmete tief ein und ließ die Sporen, die durch die Lüftungsschlitze triefen, in ihre Lungen fließen. Asche und altes Holz hinterließen eine bittere Süße, die ihren Gaumen reinigte.

Mit der Spitze ihres Zeigefingers fuhr sie über einen Riss in der Rinde, der wie eine frische Wunde aussah. Sie spürte die Struktur der Zellwände unter ihrem Fingernagel, die trockenen Fasern, die sich unter der Berührung in feinen Staub auflösten. Unter dem Staub lag etwas anderes. Eine Kälte, die nicht vom Holz kam.

„Du drückst zu fest“, sagte eine Stimme hinter ihr, ruhig und ohne jede Emotion, die sich in den Staub des Raumes setzte.

Zerya riss die Augen nicht auf. Sie kannte die Resonanz dieser Stimme in den engen Räumen der Wabenstadt. Es war Torsten Rigg, ihr Meister, der Mann, der ihr beigebracht hatte, wie man in den Jahresringen las, bevor die Elite oben in der Wabenkathedrale begonnen hatte, das Wissen zu zensieren. Er trat näher, die schweren Schritte auf dem Boden aus gepresster Asche, die wie ein weicher Teppich unter seinen Stiefeln nachgab. Sein Atem roch nach kaltem Rauch und Bitterkeit.

„Das Gedächtnis bröckelt, Meister“, flüsterte Zerya, ohne sich umzudrehen. Ihre Finger tanzten über die Oberfläche, suchten nach der Kontur eines Jahres, in dem es noch Regen gegeben hatte, in dem die Wälder nicht schon Asche waren. „Ich fühle die Lücken. Es ist nicht nur Verfall. Es ist ein Auslöschungsprozess. Jemand hat hier geschnitten.“

Torsten legte seine Hand auf ihre Schulter. Die Berührung war kalt, durchdringend, wie ein nasser Stein, der sich an die Haut legt. Sie spürte den Druck seiner Fingerknochen, die unter der Haut hervorquollen, und wie die Wärme ihres Körpers sich unter der Schwere seiner Hand zu kühlen begann.

„Du liest, was du sehen willst.“ Seine Stimme sank unter die Schallwandungen. „Totes Holz erzählt nichts. Es hält nur, was bleibt.“

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