Dark Fantasy / Urban Fantasy (Romance-kern)
Cover: Die Nasse

Die Nasse

Regen ist Währung. Wrenne ist die Diebin. Soren ist der Erbe. In einer Hamburg, die unter dem Wasser erstickt, zündet ihre Liebe eine Zeitströmung an, die alles verändert. Eine Dark Fantasy-Romance, in der Liebe der teuerste Preis ist.

Einzelband · 35 Kapitel · deutschsprachig

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Die Nasse

Dark Fantasy / Urban Fantasy (Romance-kern)

In einer Hamburg, in der Regen keine Witterung, sondern eine Währung ist, arbeitet Wrenne Kade als illegaler Zeitdieb in den flutenden Gassen der „Nassen“. Als sie eine Pfütze öffnet, die nicht in die Vergangenheit, sondern in eine tote Zukunft führt, stößt sie auf Soren Valdis, den exilierten Erben der mächtigen Hydrologen-Gilde. Zwischen ihnen zündet eine Anziehung, die gefährlicher ist als jeder Sturz in die Zeitströmung. Doch während die Stadt unter dem Gewicht ihrer Geheimnisse zu versinken droht, muss Wrenne entscheiden, ob sie ihre Seele rettet oder die Welt, die sie liebt, für immer in der Nässe ertränkt.

35
Kapitel
135.303
Wörter
9:01 h
Lesezeit ∅
  • eBookDeutsche Originalausgabe · Erscheinungstermin steht noch nicht fest
Das Buch

Leseprobe

Der Anfang des Buches — ohne Anmeldung, ohne Umweg.

Die Pfütze lag in einer Sackgasse, deren Wände aus porösem Stein bestanden, der nach Jahrzehnten der Erosion nachgab wie ein alter Kiefer. Der Regen fiel nicht einfach, er presste, er suchte Lücken in der Struktur von Wrennes Mantel, in den Nähten ihrer Schuhe, in den Ritzen ihrer Fingernägel. Sie kniete im Schlamm, der nach salzigen Algen und verfaultem Holz roch, und beobachtete das Wasser, das sich in der Vertiefung des Kopfsteinpflasters sammelte. Es war nicht nur Wasser. Es war eine Zeitschleife, gefangen in einer Oberfläche, die zitterte, als würde sie zwischen zwei Augenblicken um die Herrschaft ringen. Wrenne spürte den Druck in ihren Handgelenken, dieses ständige Gefühl, dass die Haut zu dünn war, um den äußeren Einflüssen standzuhalten. Sie atmete ein, zählte die Tropfen, die auf ihrem Knie landeten. Eins, zwei, drei. Die Konzentration musste perfekt sein, jedes Zögern bedeutete einen Verlust, und Verlust war in dieser Stadt gleichbedeutend mit Schuld. Ihre Schwester Livia wartete in den Kammern von Velos, wo die Hydrologen jede Stunde ihrer Existenz mit Zinsen berechneten. Jede gefangene Sekunde, die Wrenne hier fischte, war ein kleiner Tropfen in einem Ozean aus Tilgung, ein winziger Versuch, die Fälligkeit hinauszuschieben.

Ihre Hand sank unter die Oberfläche. Der Widerstand war kühl, fast widerlich, wie die Berührung eines fremden Körpers, der sich wehrte. Wrenne spürte, wie die Zeitströmung an ihren Fingerspitzen zerrte, um sie zurückzudrängen und zu klassifizieren. Sie widerstand. Mit einer Bewegung, die so fein war wie das Zittern eines Seidengewebes, griff sie nach dem Kern des Fragments. Es war ein Lichtpunkt, verborgen unter der trüben Oberfläche, ein funkelndes Stück vergessener Vergangenheit. Beim Heben hörte sie das Knistern der Realität, die sich verzog, um die Lücke zu füllen. Das Fragment war klein, nicht größer als eine Erbse, aber sein Gewicht war schwer, als wäre es gefüllt mit dem gesamten Defizit ihrer Familie. Sie legte es in die rostige Blechdose an ihrem Gürtel, deren Ränder bereits verfielen.

Hier bricht die Leseprobe ab.